Von Schürfwunden und Brei

Am 25. Mai habe ich es fertiggebracht, zum ersten Mal so richtig zu stürzen. Ausgerechnet mit dem Rennrad, auf dem ich mich immer so sicher gefühlt habe. Nach einer schönen Tour mit vielen Höhenmetern waren wir schon fast wieder zu Hause, als ich bei der letzten Abfahrt in ein Schlagloch gekommen sein muss und das Hinterrad hochging. Ich bin also über den Lenker geflogen und mit dem Kinn voran auf der Straße gelandet.

Es waren sofort Leute zur Stelle, die sich um mich gekümmert und einen Krankenwagen gerufen haben. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ist, dass sie es lesen: Danke dafür! Mein Freund Niels, mit dem ich die Tour vorher gemacht hatte, war auch die ganze Zeit bei mir und hat mir in den folgenden Wochen nicht nur im Alltag viel unter die Arme gegriffen, sondern auch dabei geholfen, die Sache mit Humor zu nehmen. Er sollte eigentlich schon wissen, wie unheimlich dankbar ich ihm dafür bin.

Das Untersuchungsergebnis lautete: zwei Platzwunden am Kinn, Schürfwunden am ganzen Körper und eine Kieferprellung. Keine gebrochenen Knochen, alle Organe intakt, alle Zähne fest! Ich hatte also wahnsinniges Glück. Eine Nacht musste ich trotzdem zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Der Sturz ist jetzt schon fast vier Wochen her, und so gut wie alles ist wieder verheilt. Das Schlimmste für mich war eigentlich, dass ich durch die Kieferprellung zweieinhalb Wochen lang nicht kauen und deshalb auch nicht viel essen konnte. Mein Speiseplan bestand in erster Linie aus Suppe, Brei und Eis, und ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig, als ich das erste Mal wieder feste Nahrung zu mir nehmen konnte 🙂 Lachen ging in den ersten beiden Wochen übrigens auch nicht – deshalb sehe ich auf den ersten Bildern schlimmer aus, als ich mich gefühlt habe.

Eine gute Woche nach dem Sturz bin ich das erste Mal wieder aufs Rennrad gestiegen, weil ich eigentlich nach wie vor am 11. Juni bei Rund um Köln an den Start gehen wollte, aber ich musste leider einsehen, dass es noch zu früh und zu gefährlich war. Ich konnte den Kopf noch nicht so gut bewegen, und bei Stößen hatte ich relativ starke Schmerzen im Kiefer und in den Ohren. So habe ich Rund um Köln dieses Jahr als Zuschauerin erlebt und mit meiner Schwester Marion und Niels mitgefiebert, die ohne mich im Schlepptau supergute Leistungen abgeliefert haben. Bei ihrem erst zweiten Rennen überhaupt ist Marion sogar Dritte in ihrer Altersklasse geworden!

Letzte Woche bin ich wieder ins Training eingestiegen, Rennrad und Mountainbike gefahren und zur Abwechslung auch noch mal eine kleine Runde gelaufen. Im Krankenhaus habe ich von allen Seiten gehört, dass ich das Radfahren in Zukunft ja wohl sein lassen werde. Dieser Gedanke ist mir gar nicht in den Sinn gekommen. Natürlich ist Radfahren nicht ganz ungefährlich, aber ich bin auch schon beim Turnen fies vom Balken gestürzt, beim Reiten vom Pferd gefallen und habe mir beim Laufen mal selbst so feste gegen das Knie getreten, dass ich einen fetten Bluterguss im Gelenk hatte und mehrere Wochen kaum noch gehen konnte. Passieren kann immer etwas. Deshalb werde ich mir trotzdem nicht auf dem Sofa den Hintern platt sitzen.

Was ich aber nur jedem ans Herz legen kann, ist beim Radfahren immer – IMMER – einen Helm zu tragen. Auch wenn ihr denkt: „Ich fahre ja nicht schnell.“ Oder: „Ich fahre ja nicht weit.“ Und Handschuhe sind auch sehr sinnvoll. Dank meiner Handschuhe konnte ich die Hände schon nach ein paar Tagen wieder ganz normal benutzen. Das war mein Wort zum Mittwoch 😉

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