Rad am Ring 2017

Juhu, Rad am Ring 2017 ist geschafft! Es war wieder MEGAgut, auch wenn es mir die meiste Zeit unterwegs ziemlich bescheiden ging. Nach ein paar Minuten Erholung nach dem Rennen hat aber die Euphorie überhandgenommen, und die hält auch immer noch an.

Aber von vorne: Bis etwa zwei Wochen vor dem Rennen war ich noch gar nicht überzeugt, dass es eine gute Idee ist, überhaupt an den Start zu gehen. Auch wenn ich es nicht an die große Glocke hängen wollte, hat mich der Sturz Ende Mai doch verunsichert. Ungefähr drei Wochen später saß ich zwar wieder auf dem Rad und habe es auch genossen, solange es bergauf ging, bin bergab aber meist langsamer gefahren als auf flachen Stücken und dachte auf einmal, ich sei zu blöd zum Bremsen, obwohl ich auf dem Rennrad damit vorher nie Probleme hatte.

Die Kehrtwende gebracht hat ein Mountainbike-Fahrtechniktraining am 17. Juli (das beste Geburtstagsgeschenk überhaupt, Niels). Nicht nur durch die praktischen Dinge, die ich dabei gelernt habe, sondern vor allem, weil ich mich wieder wohl auf dem Rad gefühlt habe und nicht überfordert. Es war, als hätte jemand einen Schalter in meinem Kopf umgelegt. Sehr hilfreich für mich war auch, eine Woche vor Rad am Ring noch mal zwei Runden auf dem Nürburgring zu drehen. Dadurch wusste ich dann genau, was am folgenden Wochenende auf mich zukommen würde.

In der Nacht vor dem Rennen habe ich trotzdem nur drei Stunden geschlafen, weil ich so nervös war, und ich hatte überhaupt keinen Hunger, was extrem ungewöhnlich für mich ist. Auf der ersten und zweiten von drei Runden habe ich mich auch überhaupt nicht gut gefühlt. Aus irgendeinem Grund hatte ich wahnsinnige Rückenschmerzen, mir war schlecht, ich habe mich nur gequält und hatte das Gefühl, ich komme trotzdem nicht voran. Auf der dritten Runde hat sich dann alles wie durch ein Wunder viel besser angefühlt. Mittlerweile waren zwar die Beine müde, aber das ging wohl jedem so, und ich habe zum Ausgleich bergab einfach weniger gebremst als auf den ersten Runden 😉

Im Ziel konnte ich es kaum glauben, dass ich es gerade noch geschafft hatte, unter 2:50 zu bleiben. Damit war ich fast vier Minuten schneller als letztes Jahr, und es ist der 11. Platz von 79 Frauen dabei herausgesprungen. Das Wichtigste für mich war aber, dass ich mich noch mal richtig schön auspowern konnte und mich vor lauter Anstrengung scheiße gefühlt habe und nicht vor Angst.

Jetzt freue ich mich schon auf Rad am Ring 2018! Die Strecke ist einfach perfekt – zum einen ist sie anspruchsvoll, was ich sehr mag, zum anderen ist der Belag natürlich perfekt und man muss sich keine Gedanken um Schlaglöcher, Gullydeckel oder Verkehrsinseln machen, sondern kann sich ganz auf sich selbst und die Leute um einen herum konzentrieren.

Übrigens hatte ich mir eigentlich fest vorgenommen, mal in die Kamera zu lächeln, aber ich war so am Anschlag, dass es leider nicht geklappt hat. Ich konnte auch nicht lächeln, als mir oben an der Hohen Acht eine Zuschauerin „Frauenpower!“ zugerufen hat, aber es hat mich auf jeden Fall motiviert, noch ein paar Männer zu überholen 😀

 

Fotos 3-7: © Sportograf

2 Antworten auf „Rad am Ring 2017“

  1. Höchsten Respekt!

    Weiß wie das ist nach einem schweren Sturz wieder aufs Rad zu steigen! Gerade wenn es noch das Rad ist, mit dem man gestürzt ist!

    So ein Fahrtechnik-Training hilft aber echt Wunder! Hatte, nachdem ich vor 2 Jahren, auch zum Geburtstag, ein MTB-Einsteiger-Training in Olsberg im Sauerland geschenkt bekommen hatte das Glück auf dem BIKE Festival in Willingen mit der wunderbaren Julia Hofmann von Rocky Mountain Bikes einen Kurskurs zur Auffrischung zu machen und es hat direkt geholfen mich auf den mir fremden Testrädern unglaublich wohl zu fühlen und noch mehr Spass auf den Strecken rund um den Ettelsberg zu haben!

    Vorm Rennradfahren hab ich höchsten Respekt, auch wenn man mir mal gesagt hat die Fahrtechnik sei auf dem MTB viel anspruchsvoller, so bin ich doch noch nie Rennrad gefahren und mit den schmalen Reifen auf Asphalt wäre ich doch vermutlich ängstlicher als im schweren Gelände auf dem MTB! Darum allerhöchsten Respekt an dich, dass du so ein hartes Rennen nach einem schweren Sturz mitfährst!

    1. Ich hätte nie gedacht, dass ein Fahrtechnik-Training so viel bringen kann. Aber wie du sagst, wenn man einen guten Trainer hat, kann es wirklich Wunder wirken! Schön zu hören, dass du diese Erfahrung auch gemacht hast 🙂

      Für mich persönlich ist die Fahrtechnik auf dem MTB auf jeden Fall schwieriger als auf dem Rennrad, wobei ich auch auf dem Rennrad noch einiges lernen und verbessern muss, z.B. Abfahren, Kurven besser zu nehmen, mit anderen Leuten zu fahren etc., aber zumindest denke ich, dass ich mit dem Rennrad jede Strecke fahren könnte. Beim Mountainbiken muss ich hingegen auch mal absteigen, wenn eine Stelle für mich zu schwierig ist.

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