Schwarzwald – viele Höhenmeter und ein bisschen Abenteuer

(Teil 2 von 3: „Mit Camper, Mountainbike und Rennrad durch Deutschland, Österreich und Italien“)

In Münstertal im Schwarzwald angekommen, wollten die Beine nur noch eins: Rennrad fahren! Das kann man in der Gegend besonders gut – so viel wussten wir schon aus dem letzten Jahr, als wir ein paar Tage hier verbracht hatten.

Garmin sei Dank waren wir dieses Jahr ein bisschen professioneller ausgestattet als im letzten Jahr, als wir unsere mangelnde Ortskenntnis noch mithilfe von Google Maps hatten wettmachen müssen. Für unsere erste Tour hatten wir eine schöne Runde von 80 Kilometern geplant und aufs Garmin geladen. Sozusagen eine Runde zum Warmfahren. Am nächsten Tag sollte dann eine längere folgen.

Mit der Auffahrt von Münstertal über Stohren auf den Schauinsland ging es auch sehr gut los. Im letzten Jahr waren wir noch ganz unbedarft an diesen Berg herangegangen und hatten überhaupt keine Ahnung gehabt, wie steil die Straße ist, die von Münstertal aus hinaufführt. Dass die Straße verdammt steil ist, merkt man allein an dem Bremsen- und Kupplungsgestank (wenn das 18%-Schild als Hinweis nicht genügt). Sogar Autos quälen sich beim Rauf- und Runterfahren. 2016 musste ich unterwegs zweimal eine Pause einlegen und hatte Zweifel, ob ich überhaupt oben ankomme. 2017 hingegen war es zwar immer noch anstrengend, aber ich hatte zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, ich könnte auch ein bisschen schneller fahren, und dachte zu keinem Zeitpunkt ans Anhalten.

Weiter ging es vom Schauinsland hinunter nach Oberried und von dort auf den Rinken. Zumindest im August, als wir dort unterwegs waren, ist die Auffahrt von Oberried aus traumhaft. Man fährt die meiste Zeit auf einem gut asphaltierten Weg, der für Autos gesperrt ist, durch den Wald und hat dadurch sogar auf dem Rennrad mal das Gefühl, richtig in der Natur zu sein. Auch dieser Anstieg ist allerdings ziemlich knackig – ein leichter erster Gang kann also auch hier nicht schaden 😉 Kurz bevor man ganz oben ankommt, hört der Asphalt auf und geht in Waldboden und feinen Schotter über, der bei trockenem Wetter mit dem Rennrad aber problemlos zu befahren ist.

Bis hierher war unsere geplante Route perfekt gewesen, aber wir mussten nun feststellen, dass der nächste geplante Streckenabschnitt über ziemlich groben – und, wie uns ein einheimischer Radler sagte, mit dem Rennrad kaum zu befahrenden – Schotter führen würde. Er riet uns, denselben Weg zurückzufahren, den wir gekommen waren, wenn wir nicht über Bundesstraßen fahren oder einen weiten Umweg in Kauf nehmen wollten. Zurückfahren war uns zu langweilig, deshalb sind wir erst einmal weiter nach Hinterzarten gefahren. Weitere Einzelheiten zur Strecke spare ich mir an dieser Stelle, weil das Nachfahren nicht empfehlenswert wäre – nur so viel: Letztendlich sind wir nach 10 Kilometern über Schotterpisten genau auf dem Weg herausgekommen, den wir ursprünglich vermeiden wollten und der uns wieder auf den Rinken führte. Somit entschieden wir uns dann doch dafür, denselben Weg, den wir gekommen waren, wieder zurückzufahren.

Die Bilanz des Tages: Knapp 110 Kilometer, 10 davon über Schotter; knapp 3000 Höhenmeter; dank 30°C zwei Stopps, um Wasser und Cola zu kaufen, und dank strahlenden Sonnenscheins ein ziemlich heftiger Sonnenbrand (wie man auf dem Bild sehen kann). Auch wenn die Tour überhaupt nicht nach Plan verlaufen ist, fand ich sie richtig gut! Die ungewollt lange Schotterpassage hat der ganzen Sache eine Prise Abenteuer verliehen, wir sind an einem Tag über 1000 Höhenmeter mehr gefahren, als wir bis dato jemals an einem Tag überwunden hatten, und die Beine haben sich am Ende immer noch gut angefühlt. Wenn das mal nicht motiviert 🙂

Am nächsten Tag haben wir es trotzdem ein bisschen ruhiger angehen lassen und von Münstertal aus eine 55 Kilometer lange Tour u.a. zum Wiedener Eck unternommen. Damit waren die Beine bereit für die HochsauerlandChallenge, die ein paar Tage später stattfand.

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